Geschichte

Der Shikoku Ken ist eine der 6 nativen japanischen Hunderassen, auch bekannt als Nihon Ken.
Gemeinsam mit dem Kai Ken, Kishu Ken und Hokkaido Ken zählt er zu den, anders als Akita Inu und Shiba Inu, weniger populären mittelgroßen Rassen.
Seine ursprüngliche Verwendung fand der Shikoku bei der Jagd auf Großwild wie Wildschweine und Hirsche. Die dichte Vegetation in den steilen Bergen der Insel Shikoku erforderten einen wendigen, agilen, ausdauernden und athletischen Jagdhund. Die traditionelle Jagd der Matagi (マタギ) fand dabei unter dem Motto „ein Mann, ein Hund, eine Waffe“ statt und führte oft viele Stunden durch unwegsames Gelände. Der Hund spürt dabei Wild auf, verfolgt es und hält es durch Bellen an einer Stelle bis der Jäger eintrifft.
Scharfsinnigkeit, Selbstständigkeit und ein gesunder Selbsterhaltungstrieb waren dabei essenziell für eine erfolgreiche Jagd. Der Hund musste also in der Lage sein, ohne Kommandos und Input von außen, seine Aufgabe zu erledigen. Eine Eigenschaft die bis heute noch tief im Shikoku verankert ist.

Im Juni 1937 wurde der Shikoku von der japanischen Regierung unter Schutz gestellt und hat, wie auch die restlichen Nihon Ken, bis heute eine große Bedeutung für die Geschichte und das kulturelle Erbe Japans. Die japanischen Rassen werden seit vielen Generationen von kleinen Züchtergruppen, Kenkyukai genannt, gezüchtet und ausgestellt. Das Wissen wird hierbei traditionell von einem Sensei (Lehrer) an seinen Schüler weitergegeben. Das Studium der Rasse dauert viele Jahre, Wissen wird größtenteils mündlich über Generationen weitergegeben. Der norwegische Urhundeklub hat es in einem Projekt geschafft dieses Wissen in einem Rassenkompendium zu verschriftlichen und somit dauerhaft für die Nachwelt zugänglich zu machen.

In Japan betreut der im Jahr 1928 gegründete Nihon Ken Hozonkai (NIPPO), der direkt dem Landwirtschaftsministerium untersteht, die Rasse. NIPPO organsiert Ausstellungen, verwaltet und plant die Zucht und führt bis heute das wichtigste Zuchtbuch für den Shikoku. Dies ist auch der Grund warum wir, sowie mehr und mehr Züchter außerhalb Japans, NIPPO-Mitglied sind und unsere Welpen auch bei NIPPO registrieren. So werden auch die hier geborenen Welpen in das Zuchtbuch von NIPPO eingetragen und können, falls es eines Tages notwendig wird, nach Japan zurückgeführt werden und dort zur Zucht und Erhaltung des Shikoku beitragen.

Der Shikoku heute

Der Shikoku befindet sich heute in einer kritischen Situation. Zum einen verschwinden in Japan Jahr für Jahr ganze Zuchtprogramme da die Züchter, fast immer ältere Herren, mit der Zeit versterben und deren Kinder oft kein Interesse an der Fortführung der Zucht haben. Im urbanen Japan sind Hunde allgemein sehr selten anzutreffen, und wenn doch, sind es kleine Rassen, die sich für ein Leben in dieser Umgebung besser eigenen. Durch diesen Trend im Herkunftsland verschwinden Stammbäume und manche Zuchtlinien teilweise ganz und die Zahl der jährlich gemeldeten Welpen sinkt stetig. 
In den vergangenen Jahren wurden in Japan insgesamt zwischen 200 bis 300 Welpen im Jahr registriert. Die Gesamtzahl der Shikokus in Japan wird auf 4000 bis 5000 Hunde geschätzt.  

Um den Shikoku außerhalb Japans zu erhalten ist daher eine internationale Zusammenarbeit zwischen Züchtern, das Durchführen von Gesundheitsuntersuchungen und die Veröffentlichung der Ergebnisse, sowie die Verbesserung der genetischen Diversität, unerlässlich. Zuchtprogramme außerhalb Japans spielen eine immer größere Rolle bei der Erhaltung der Rasse und tragen damit verbunden eine große Verantwortung für deren Fortbestehen.

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