Gesundheit
Shikokus sind, wie die meisten nordischen Hunde, grundsätzlich eine gesunde und robuste Rasse.
Die Datenlage zu Gesundheitsproblemen beim Shikoku ist jedoch spärlich, was maßgeblich daran liegt, dass im Herkunftsland Japan keinerlei Gesundheitsuntersuchungen für die Zucht verpflichtend sind. Dadurch werden meist nur bei den Hunden, die exportiert werden, entsprechende Untersuchungen durchgeführt und Diagnosen gestellt.
Folgende Gesundheitsprobleme konnten bis jetzt in der Rasse festgestellt werden:
Hüftdysplasie
Die Hüftgelenksdysplasie (HD) ist eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks und wird durch Röntgen diagnostiziert. Es handelt sich dabei um eine polygene und multifaktorielle Erkrankung, was bedeute das die Entwicklung/Ausprägung genetisch veranlagt ist aber auch durch Umwelteinflüsse beeinflusst wird. Eine HD (leichter bis mittlerer Grad) ist nach wie vor eine der häufiger gestellten Diagnosen beim Shikoku. Leider gibt auch die Verpaarung von Elterntieren mit A Hüften (HD frei) keine Garantie auf HD freie Welpen.
Die gute Nachricht dabei ist aber das es kaum Hunde mit klinischen Symptomen gibt. Shikokus sind eine leichte, muskulöse Hunderasse und haben eine tiefsitzende Brust, wodurch sie den Großteil ihres Gewichts über die Vorderläufe tragen, die Rückhand bildet eher den Antrieb.
Der VDH verpflichtet eine Untersuchung der Hüfte für alle Zuchthunde.
Patellaluxation
Die Patellaluxation (PL) ist eine Kniegelenkserkrankungen beim Hund und folgt entweder einer angeborenen Veranlagung oder einem Bewegungsunfall. Sie äußert sich in einer Ausrenkung der Kniescheibe aus ihrer Gleitrinne im Kniegelenk, was zu Lahmheit, Schmerzen und einem hüpfenden Gang führen kann. Sie wurde beim Shikoku bis jetzt sehr selten festgestellt, allerdings ist diese Untersuchung auch in den meisten Ländern für die Zuchtzulassung nicht verpflichtend.
Epilepsie
Die Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, bei der es zu einer Störung der Hirnaktivität kommt, die sich meist durch Krampfanfälle äußert. Es sind Shikokus bekannt die an Epilepsie erkrankt sind, die Intensität und Häufigkeit der Symptome variiert teilweise.
Es liegt bis heute kein Gentest vor mit dem Epilepsie erkannt werden kann.
Reisekrankheit
Die Reisekrankheit beschreibt Symptome wie Stress, Unruhe, speicheln bis hin zu Erbrechen beim Autofahren. Hierbei gibt es unterschiedlich starke Ausprägungen.
Durch frühzeitiges Training, eventuell in Verbindung mit Medikamenten, kann dieses Problem im Regelfall gelöst oder im Rahmen des Erträglichen gehalten werden.
Entropium und PPM
Beim Entropium handelt es sich um eine Lidfehlstellung, bei der sich das Augenlid, meist das Unterlid, nach innen rollt. Die Wimpern und die Lidkante reiben dadurch am Augapfel, was zu Reizungen, Rötungen und im schlimmsten Fall zu Hornhautschäden führen kann. Beim Shikoku ist das Entropium sehr selten.
Die PPM, persistierende Pupillarmembran ist eine angeborene Augenerkrankung, bei der Gewebestränge, die normalerweise vor der Geburt verschwinden, in der Iris verbleiben und die Pupille teilweise oder vollständig bedecken. Diese Gefäßreste können zur Linse ziehen oder zur Hornhaut führen. Oft handelt es sich zum Glück nur um sehr kleine Pünktchen oder fadenartige Strukturen, die das Tier nicht weiter stören. Eine PPM iris-iris wird immer wieder beim Shikoku festgestellt, im Großteil der Fälle aber ohne Auswirkung auf das Sehvermögen.
Panostitis
Die Panostitis ist eine Entzündung der langen Röhrenknochen bei heranwachsenden Hunden, die oft als „Wachstumsschmerzen“ bezeichnet wird. Sie geht meist mit einer Lahmheit der Vorder- und Hinterbeine einher und kann durch entzündungshemmende Schmerzmittel gut behandelt werden.
Lysosomale Speicherkrankheit
Die Lysosomale Speicherkrankheiten (LSD) sind eine Gruppe von seltenen, erblich bedingten Stoffwechselerkrankungen, bei denen bestimmte Stoffwechselprodukte aufgrund eines Enzymdefekts nicht richtig abgebaut und in den Lysosomen der Zellen gespeichert werden. Dies führt zu einer Anreicherung dieser Stoffe in verschiedenen Organen und Geweben, was zu Organschäden und vielfältigen Symptomen führen kann. Beim Shikoku konnte in Einzelfällen die Canine bzw. Neuronalen Ceroid-Lipofuszinose festgestellt werden, die durch eine Degeneration des Nervensystems neurologische Symptome hervorruft. Auch für die LSD gibt es keinen verfügbaren Gentest auf dem Markt. (NEWS: Im Moment läuft eine Studie der Universität Bern zur Identifizierung eines genetischen Markers mit dem Ziel einen Gentest zu entwickeln)
Cystinurie Typ III
Diese Erkrankung führt zur Bildung von Cystinsteinen in den Nieren, Harnleitern und der Blase, was Schmerzen beim Wasserlassen sowie Harnwegsinfektionen und im schlimmsten Fall eine Verstopfung der Harnwege verursachen kann. Cystinurie Typ III ist eine autosomal-rezessiv vererbte Erkrankung, für die es noch keinen für den Shikoku validierten Gentest auf dem Markt gibt. Die Krankheit ist bis jetzt auf sehr wenige Einzelfälle begrenzt und betrifft nur Rüden.
Kryptorchismus/männliche Unfruchtbarkeit
Ein sehr geringer Anteil der Rüden leiden unter unvollständigem Hodenabstieg, auch Kryptorchismus genannt. Dieser ist nicht sonderlich gefährlich und wird in vielen Fällen durch eine Kastration behandelt.
Auch infertile Shikoku Rüden gibt es immer wieder. Es wird hier ein Zusammenhang mit dem teils sehr hohen Inzuchtkoeffizient im Stammbaum mancher Shikokus vermutet.
Abnormale Läufigkeiten
Beim Shikoku wurden in einigen wenigen Fällen Hündinnen mit einem Split-Östrus oder sehr unregelmäßigen Läufigkeiten beobachtet. Je nach Intensität der Symptome helfen Hormonstabilisierende Medikamente oder eine Kastration.
Allergien
Es wurden gelegentlich Allergienen gegen Futtermittel beobachtet.
Leider sind (Erb)Krankheiten eine allgemeine Begleiterscheinung der Zucht und können nie vollends ausgeschlossen oder verhindert werden. Neben den vom Zuchtverband vorgeschrieben Untersuchungen auf HD und erbliche Augenerkrankungen untersuchen wir zudem bei all unseren Zuchthunden Ellbogen, Patella sowie deren genetische Gesundheit mithilfe der auf dem Markt verfügbaren Gentests.
Um die Datenlage zu erweitern sowie um zu evaluieren, ob unsere Zucht in die richtige Richtung geht, übernehmen wir bei all unseren Welpen die Kosten für die Auswertung von HD & ED Röntgen. So haben wir es geschafft, bis heute, alle von uns gezüchteten Hunde auf Hüftgelenksdysplasie (und Ellenbogendysplasie) zu untersuchen wofür wir unseren Welpenbesitzern sehr dankbar sind.
