Shikoku FAQ
Hier ein paar der am häufigsten gestellten Fragen über die Haltung und das Zusammenleben mit Shikoku:
Ist der Shikoku ein Ein-Mann-Hund?
Im Internet findet man bei Recherchen zum Shikoku oft den Begriff „Ein-Mann-Hund“. Unserer Erfahrung nach sind Shikokus sehr auf ihre Menschen/Familie bezogen und gehen mit diesen Personen eine enge Bindung ein. Abhängig davon, wie der Hund in den ersten Monaten seines Lebens geprägt wird, setzt sich dieser Personenkreis zusammen. Hat ein Hund den Großteil dieser Zeit nur eine einzige Bezugsperson, kann er sich sehr stark auf diese Person fixieren. Trotzdem können Shikokus auch dann noch eine Bindung zu weiteren Personen aufbauen. Grundsätzlich gilt bei den japanischen Rassen, dass man sich ihr Vertrauen verdienen und aktiv eine Bindung aufbauen muss.
FAZIT: Shikokus gehen, vor allem in den ersten Monaten ihres Lebens, eine starke Bindung zu den Personen in ihrem Umfeld ein. Sie sind selektiv in ihrer Entscheidung darüber wen sie mögen und wen nicht und sehr an dem ihnen vertrauten Personenkreis orientiert. Als klassische „Ein-Mann-Hunde“ würden wir sie aber trotzdem nicht beschreiben.
Shikoku ohne Leine?
Shikokus haben oft eine ausgeprägte Umweltorientierung was den Freilauf natürlich schwierig macht. Sie lassen sich teilweise nicht sicher abrufen, wenn sie etwas sehen das ihr Interesse erweckt wie beispielsweise einen anderen Hund oder Wildtiere. Durch ihr eigenständiges Denken scheint ein Kommando daher oft nur wie eine Handlungsempfehlung für den Shikoku und wird auch gerne mal ignoriert.
Shikoku sind historisch gesehen Jagdhunde und haben daher einen mittleren bis stark ausgeprägten Jagdtrieb. Sie reagieren dabei auf die Sichtung sowie frische Duftspuren von Wild und werden versuchen es aufzuspüren und zu verfolgen. Dieses Jagdverhalten ist genetisch in der Rasse veranlagt und lässt sich nicht „abtrainieren“. Ich selbst war bei der Anschaffung meines ersten Shikoku davon überzeugt, dass ich ihn durch konsequentes Training und viel Freilauf von Klein an, dazu bringen werde verlässlich ohne Leine zu laufen. Es hatte sich aber spätestens im Alter von 1. Jahr herausgestellt, dass Akiyama nur durch eine Schleppleine gesichert in den Freilauf kann, da sein Jagdtrieb und sein Interesse an anderen Hunden zu groß war.
Man kann beim Shikoku durch Jagdersatztraining, bei dem einzelne Stufen der Jagdverhaltenskette gefördert werden, einen Ausgleich schaffen und das Jagverhalten so kontrollierbarer machen. Trotzdem hat auch diese Methode ihre Grenzen und sobald Wildtiere neben einem aus dem Unterholz stäuben, sind die meisten Shikokus erst mal auf und davon.
FAZIT: Es gibt ein paar wenige Shikokus die verlässlich ohne Leine laufen können, doch diese Hunde bilden eher eine Ausnahme und keinesfalls die Regel. Durch bedürfnisorientiertes Training und eine Schleppleine kann eine sichere Möglichkeit zum Freilauf geschaffen werden. Dennoch muss man sich der Tatsache bewusst sein, dass einige Shikokus auch nach all dem Training nicht oder nur bedingt für den Freilauf geeignet sind.
Ist Hundeerfahrung notwendig wenn man einen Shikoku möchte?
Wir bekommen oft die Frage gestellt, ob man bereits Erfahrung mit Hunden haben muss, um einen Shikoku bei sich aufzunehmen. Für uns persönlich ist es kein Voraussetzung. Als wir unseren ersten Shikoku bei uns aufgenommen haben, war das der erste eigene Hund in der Familie. Und in mancherlei Hinsicht war das sogar von Vorteil, da wir ziemlich unvoreingenommen und neutral an die Sache rangehen konnten.
Auch wir waren bereits etwas Hunde erfahren, auch mit nordischen Rassen (Husky), haben zuvor aber noch nie selbst einen eigenen Hund besessen. Die Welpenzeit und vor allem die Pubertät waren eine große Herausforderung für uns, trotzdem konnten wir uns das nötige Wissen aneignen und haben diese Zeit gut gemeistert. In einigen Aspekten mussten wir aber neue Wege finden und konnten nicht auf die Erfahrungen, die wir zuvor mit Hunden gemacht haben, zurückgreifen. Der Austausch mit den Familien der Wurfgeschwister, sowie anderen Shikoku Besitzern, war damals besonders hilfreich für uns.
FAZIT: Hunderfahrung ist nie schlecht und an einigen Stellen durchaus hilfreich. Trotzdem ist Erfahrung nicht alles bzw. kein Garant dafür ein besserer Hundehalter zu sein. Auch jemand ohne Erfahrung, der sich auf die Bedürfnisse seines Hundes einlässt und gemeinsam mit ihm wächst, kann einem Shikoku ein perfektes Zuhause bieten.
Shikoku in der Wohnung?
Tatsächlich ist die Annahme, dass bei der Haltung von japanischen Rassen ein Garten notwendig ist, noch immer weit verbreitet. Das ist aber absolut nicht der Fall, Shikokus wie auch die restlichen Nihon Ken eignen sich problemlos für ein Leben in der Wohnung und das nicht zuletzt durch ihren guten Off-Switch. Sicher ist ein Garten, in dem der Hund sich frei bewegen kann toll, vor allem in der Welpen Zeit kann dieser auch super als Löseplatz genutzt werden. Die Idee den Hund für einen Großteil des Tages im Garten zu haben ist bei einer so ursprünglichen Rasse naheliegend, trifft bei Shikokus aber nicht immer auf Gefallen. Unsere Hunde verbringen gerne mal ein paar Stunden im Garten, so richtig zur Ruhe kommen sie aber meist nur drinnen, Stichwort Umweltorientierung.
In der Wohnung passiert einfach nicht so viel und das kann aufmerksamen Hunden wie dem Shikoku helfen besser und nachhaltiger zur Ruhe zu kommen.
FAZIT: Dein Shikoku möchte am liebsten in deiner Nähe sein und sich sicher fühlen. Ob das in einem Haus mit Garten oder einer Wohnung im 4en Stock ist, wird dem Hund aber egal sein. Wir selbst hatten beide Szenarien und rückblickend kann ich sagen, dass die Hunde in der Wohnung oft sogar etwas ruhiger waren und genauso gerne auf dem Balkon liegen und alles im Blick behalten wie im Garten.
Rüde oder Hündin?
Auch eine spannende Frage die wir uns selbst vor vielen Jahren bei unserem ersten Hund gestellt haben. Meiner Erfahrung nach ist das Geschlecht bei der Entscheidung welcher Welpe es aus einem Wurf werden soll zwar eher zweitrangig, trotzdem werden wir euch gerne ein paar nützliche Informationen dazu zusammenfassen.
Die Hündin entwickelt sich sehr stark anhand der hormonellen Steuerung durch die Läufigkeiten. Bei den japanischen Rassen finden diese meist im Intervall von 6-10 Monaten statt und die Hündinnen machen in dieser Zeit oft große Entwicklungsschübe. Sie erlangen meiner Erfahrung nach dadurch auch schneller eine gewisse physische und psychische Reife als die Rüden.
Hündinnen sind daher was ihr Verhalten, ihr Energielevel und ihre Stimmung betrifft in vielen Fällen von ihren Hormonen abhängig. So sind unsere Mädels zwischen den Läufigkeiten eher energiegeladen und aktiv und werden während und nach Beendigung der Läufigkeit wieder etwas ruhiger. Was fast alle Shikoku Hündinnen eint, ist ihre penible Sauberkeit während der Läufigkeit. Jeder Blutstropfen wird sofort weggeschleckt und auch sonst ist es nicht untypisch, dass eine Läufigkeit mehrere Tage unbemerkt bleibt.
Hündinnen sind im Sozialverhalten mit anderen Hunden in den meisten Fällen etwas umgänglicher wie Rüden. Sollte es jedoch zu einer Auseinandersetzung kommen richten sie größere Schäden an.
Ich würde die Hündinnen daher als etwas weniger energiegeladen, ruhiger, aber auch wechselhafter als die Rüden beschreiben.
Der Rüde entwickelt sich deutlich langsamer als die Hündin. Gerade in den ersten 2 Jahren sind die Rüden oft sehr energiegeladen, ausdauernd und kaum zu stoppen. Sie haben mehr Kraft, mehr Ausdauer und in manchen Fällen auch mehr Unruhe in ihren ersten Lebensjahren. Einige Rüden verlieren während ihrer Pubertät eine Art Sekret, was mehr oder weniger lang anhalten kann.
Die meisten Rüden sind anderen Hündinnen gegenüber tolerant, fremden Rüden gegenüber wenig bis überhaupt nicht. Ich würde Rüden daher als etwas energiegeladener, aktiver und konstanter als Hündinnen beschreiben.
FAZIT: Ob Rüde oder Hündin ist in den meisten Fällen zweitrangig da der individuelle Charakter den geschlechtsspezifischen Eigenschaften überwiegt. In Fällen wie einem Zweithund, Hundesport oder Zucht kann das Geschlecht natürlich eine größere Rolle spielen, was wir gerne berücksichtigen werden.
Shikoku und Shiba bzw. Shikoku als Zweithund?
Oft werden wir gefragt ob Shikoku und Shiba gut miteinander harmonieren. Beide Rassen haben eigne Eigenschaften, die sich grundsätzlich gut miteinander vertragen und ticken in einigen Situationen auch ähnlich. Wir haben selbst ein paar unserer Welpen in Haushalte mit Shibas vermittelt was in allen Fällen sehr gut funktioniert hat.
Allerdings sollte man sich immer die Frage stellen, ob der Hund von einem Zweithund wirklich profitiert. Shikoku Welpen sind Meister darin andere Hunde zu provozieren und vor allem Shibas lassen sich sowas oft nicht gefallen. Um zu vermeiden, dass es zu Konflikten kommt, sollte man sich daher genau überlegen, wie man die Hunde aneinander gewöhnt und beiden genug Raum und Rückzugsmöglichkeit schafft. Zudem sollte man sich der Tatsache bewusst sein, dass in der Mehrhundehaltungen teils ungeahnte Dynamiken entstehen können und sich die ein oder andere Baustelle des Ersthundes damit eventuell verstärkt. Uns als Züchter ist es wichtig den Ersthund wenn möglich kennenzulernen bzw. so viel wie möglich über dessen Eigenschaften zu erfahren, um bei der Auswahl des passenden Welpen, gemeinsam mit den neuen Besitzern die Beste Auswahl zu treffen. Als sehr erfolgsversprechend hat sich die Pärchen-Haltung erwiesen, sprich Rüde und Hündin, da es einige dem Geschlecht geschuldete Konflikte von vornerein verhindert.
FAZIT: Ja, die Rassen kommen nach einer gut durchdachten und geplanten Gewöhnungsphase grundsätzlich gut miteinander klar. Habt jedoch immer ein Auge auf euren Ersthund und überlegt euch gut in welchem Maß dieser von einem Zweithund profitieren wird, denn er war schließlich zuerst da.
Shikoku mit anderen Haustieren?
In den meisten Fällen in denen Shikokus früh an andere Haustiere, oftmals Katzen, gewöhnt werden funktioniert das auch. Trotzdem sollte die Zusammenführung und auch später der gemeinsame Aufenthalt der Tiere unter Aufsicht erfolgen. Beispielsweise das Wegrennen einer Katze kann ausreichen, um beim Shikoku den Hetztrieb zu aktivieren und dafür zu sorgen, dass eine ungute Situation entsteht. Rinder und Pferde akzeptieren Shikokus meistens auch, doch auch hier ist Vorsicht besser als Nachsicht. Mit Kleintieren und Nagern ist das Risiko natürlich besonders hoch, da sie sich anders als Katzen, in der Regel nicht wehren können.
FAZIT: Grundsätzlich funktioniert es Shikokus mit Katzen zu halten, wenn es ihnen kleinschrittig und unter Aufsicht beigebracht wird. Trotzdem sollte man immer im Hinterkopf haben, dass andere Tiere beim Shikoku immer ein großes Interesse, Erregung und Jagdverhalten begünstigen.
Shikoku als Familienhund?
Shikokus bauen eine Bindung zu allen Personen auf, die ihr Vertrauen gewinnen und ihre Bedürfnisse respektieren. Das können daher auch Kinder sein, wenn diese lernen sich an gewisse Regeln zu halten bzw. Erwachsene darauf achten, dass diese eingehalten werden. Shikokus sind tolerant was den Umgang mit Kindern aus der eigenen Familie betrifft jedoch können sie schneller genervt oder ungeduldig in deren Gegenwart werden. Kinder verhalten sich oft sehr unvorhersehbar oder impulsiv, sind distanzlos oder laut, was beim Shikoku durch seine niedrige Reizschwelle dazu führen kann das er sich zurückzieht. Daher muss auch hier bei der Auswahl eines Welpen genau darauf geachtet werden, dass sich dieser in der Gegenwart von Kindern wohlfühlt und es auch gerne etwas umtriebiger mag.
FAZIT: Ja, aber nicht jeder… Shikokus eignen sich durchaus für ein Leben in der Familie und mit Kindern, jedoch werden nicht alle Shikokus an einer engen Beziehung zu Kindern interessiert sein, wie man sie von anderen Hunderassen gewohnt ist, wo Kind und Hund unzertrennlich aneinanderkleben. Es kann daher von einer friedlichen und harmonischen Koexistenz zwischen Kind und Hund die Rede sein.
Was kostet ein Shikoku?
Der Preis für einen Shikoku liegt international zwischen 2.800 € – 4.000 €.
Ein Welpe aus unserer Zucht kostet seit jeher 3.200 €, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Fellfarbe.
Dieser Preis widerspiegelt dabei den Aufwand und die Kosten, die bei der Aufzucht eines Wurfes entstehen.
Um einen kleinen Einblick in die Kosten, die bereits im Zuge der Wurfplanung entstehen aufzuzeigen, also bevor überhaupt ein Welpe das Licht der Welt erblickt, haben wir ein paar der gängigen Kostenpunkte zusammengefasst:
Gesundheitsuntersuchungen (HD, ED, Patella und Augengutachten) ca. 800 – 1.000 €
Zuchtzulassung inkl. Fahrtkosten ca. 150 €
Progesterontest zur Deckzeitbestimmung (ca. 100 € pro Test, x 3 oder mehr)
Reisekosten zum Deckrüden (Kraftstoff/Maut etc.) 150 € oder mehr
Hotel/Übernachtung ca. 300€
Ultraschalluntersuchung/Röntgen im Zuge der Trächtigkeitsdiagnostik 200 – 300 €
Decktaxe (2.500 € – 3.000 €)
Weitere Kosten folgen im Zuge der Wurfaufzucht, um hier ein paar zu nennen: Impfen/Chippen/Entwurmung beim Tierarzt, Wurfabnahme durch den Zuchtwart, Futter für Mutterhündin und Welpen, Erstausstattung für die Welpen, Registratur/Stammbäume, Wurfkiste, Welpengitter, Welpenbetten, Wäsche und Reinigung, Beschädigungen in und ums Haus durch die Welpen…
Die Kosten und Ausgaben eines Züchters können variieren. Beispielsweise haben Züchter, die immer auf ihre eigenen Rüden vor Ort zurückgreifen und diesen häufig in der Zucht einsetzen, teilweise geringere Kosten. Auch ist die Aufzucht von Welpen im Haus mit deutlich mehr Aufwand und Kosten verbunden als vergleichsweise in Garage/Zwinger. Weitere Faktoren sind ob Nachzuchtuntersuchungen vom Züchter getragen werden, alte Zuchthunde abgegeben oder behalten werden oder in neue Importe investiert wird.
FAZIT: Die Anschaffungskosten für einen Shikoku, oder einen Hund generell, sind nur ein Bruchteil der Kosten, die im Laufe eines Hundelebens auf einen zukommen. Tierarztkosten, Futter, Steuer/Versicherung, Hundetraining und vieles mehr sind laufende Ausgaben, die jeder auf dem Schirm haben sollte.
Ihr habt hier keine Antwort auf eure Frage(n) gefunden? Kein Problem, meldet euch gerne HIER
